Sehr geehrte Anleger, 


Computersysteme und Roboter werden immer leistungsfähiger. Die zunehmende Technisierung verängstigt immer größere Teile unserer Gesellschaft. Denn  was geschieht mit den Menschen, wenn ihre Jobs wegfallen?Dies fragen sich aktuell sicherlich auch einige Angestellte der Deutschen Bank. Nicht nur Industriejobs sind bedroht, auch viele klassische Büroarbeiten und Dienstleistungen können alsbald von Computern erledigt werden.

Deutsche Bank-Chef John Cryan deutete bereits an, noch mehr als die bereits 9.000 gestrichenen Stellen abbauen zu wollen. Zehntausende Jobs in seinem Finanzinstitut seien bloß „Ausdruck technischer Rückständigkeit“, so Cryan in einem Interview mit der „Financial Times“.  Viele Dienste ließen sich automatisieren. Bereits im September ließ er aufhorchen, als er feststellte, dass viele Banker ohnehin wie Roboter arbeiteten. Man könne sie genauso gut durch echte Roboter ersetzen...

Volkswirtschaftlich sehe ich hier große Herausforderungen für unsere Gesellschaft. Denn während auf der einen Seite die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen einbricht, weil viele Menschen kein Geld mehr haben, werden auf der anderen Seite die Reichen immer reicher, weil sie sich die Früchte der Arbeit und der Investitionen vieler aneignen.
 
Als Bürger kritisch bleiben
Die Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1990 waren auch für Deutschland ein Goldenes Zeitalter. Produktivität, Einkommen und Wohlstand stiegen.

Die Menschen hielten diesen Zustand für normal und die Ökonomen spiegelten ihn in ihren Wachstumsmodellen wider. Doch bereits seit denn 1980er Jahren sind die Einkommen inflationsbereinigt gefallen, während die Produktivität erheblich zulegte und die Lebenshaltungskosten explodierten.

Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts entstanden kaum noch neue Vollzeitarbeitsplätze. Währenddessen tut sich auf dem Feld der Computertechnologie Bedrohliches. Die Rechenleistung verdoppelt sich alle 18 bis 24 Monate.

Die künstliche Intelligenz macht große Fortschritte. Die Automatisierung erfasst immer neue Bereiche – nicht mehr nur niedrig qualifizierte Jobs und Routinearbeiten. Sogenannte „disruptive Technologien“ werden möglicherweise verheerende Auswirkungen haben. Sie werden Langzeitarbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung, sinkende Gehälter und zurückgehende Konsumausgaben bewirken, womöglich ganze Industriezweige auslöschen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden – wenn wir uns nicht rechtzeitig darauf einstellen.
 
Als Investor neue Chancen erkennen 
Roboter und Computer stoßen zunehmend in Regionen vor, die bislang Menschenvorbehalten waren – wie auch das Beispiel Deutsche Bank zeigt. Zuletzt wurde ROS (Robot Operating System) geschaffen, ein Open-Source-Betriebssystem für Roboter, das die Entwicklung der Robotik beschleunigen wird. Es gibt immer mehr standardisierte Hard- und Softwarebausätze. Diese machen die Entwicklung neuer Roboter laufend einfacher, billiger und schneller. Da heutige Roboter sowieso mit dem Internet verbunden sind, können Rechenleistungen und Speicherplatz in Datenzentren ausgelagert werden, was die einzelnen Geräte noch günstiger macht.
 
Unternehmen profitieren natürlich von diesem Trend, vor allem den damit verbundenen Kosteneinsparungen. Mein Team und ich schauen uns vor allem die Unternehmen an, die auf Endkunden setzen. Hier gibt es auch für die kommende Zeit des Umbruchs interessante, dabei sehr solide Unternehmen, die jetzt schon eine herausragende Marktposition und gleichzeitig noch Luft nach oben haben.

Solche Unternehmen finden wir nicht nur im Technologiebereich. Auch viele andereBranchen, vom Einzelhandel über den Autobau bis hin zu Gesundheit und Mode, bieten heute noch einige interessante Titel.
 
In Der Privatinvestor Langfrist-Aktie präsentieren wir 10x pro Jahr eines dieser interessanten Unternehmen. Schauen Sie doch mal rein… Falls Sie Interesse haben, schenke ich Ihnen gerne den druckfrischen Börsenkalender 2018 aus dem FinanzBuch Verlag.
 
Herzlichst,
 
Ihre

Kerstin Franzisi

Chefredakteurin Der Privatinvestor