von Prof. Dr. Max Otte

Haben auch Sie die wirtschaftspolitische Berichterstattung der letzten Wochen und Monate verfolgt?

Und ging es Ihnen auch so wie mir? Bekamen auch Sie den seltsamen Eindruck, dass die durch die Finanzkrise 2008 hervorgerufenen globalen ökonomischen Erschütterungen endlich an ihr Ende gelangt seien?

Eine Fata Morgana

Positive Unternehmens- und Wirtschaftsdaten dominieren seit einigen Monaten schon wieder die Nachrichten. Auch die Politik kehrt zunehmend zum Tagesgeschäft zurück. Die Rufe nach einer effektiven Regulierung der Finanzmärkte werden leiser. Und auch die einst zarte aber vernehmbare Selbstkritik der Ökonomen ist kaum mehr zu hören.

Dabei wäre gerade die Kritik an der herrschenden ökonomischen Lehre durchaus angebracht.

Denn die Vorhersagen der „Experten“ sind immer mit sehr hoher Unsicherheit behaftet, obwohl sie in der täglichen Berichterstattung der Medien einen prominenten Platz einnehmen und umfassend diskutiert und kommentiert werden. Der Normalfall ist, dass die ökonomische Entwicklung nicht prognostiziert werden kann.

Es gibt viele Belege dafür, dass die Prognosen von Ökonomen und Finanzanalysten der Realität der Wirtschaft hinterherlaufen. Zudem handelt es sich bei Krisen um gesellschaftliche Phänomene, die entscheidend durch die Erwartungen und Handlungen der Akteure geprägt werden. So könnten Prognosen zu ihrer eigenen Ungültigkeit führen.

Im Rückblick ist es nicht erstaunlich, dass einige Wirtschaftswissenschaftler vor der Krise gewarnt haben, sondern, dass es kaum jemand getan hat.

Die Finanzkrise ist durch ein System der organisierten Verantwortungslosigkeit ausgelöst worden, bei dem zumindest im Ursprungsland USA die Grundsätze soliden Finanz- und Rechtsgebarens flächendeckend ausgehebelt waren. Es lassen sich mindestens neun Gruppen von Akteuren ausmachen, die in der Krise eine Rolle gespielt haben. Alle haben massive Verantwortung für diese Krise auf sich geladen.

Notenbanken

Die amerikanische Federal Reserve Bank hing seit der 18-jährigen Amtszeit von Alan Greenspan der Doktrin an, dass sich durch die Ausdehnung der Geldmenge und künstlich niedrig gehaltene Zinsen Wirtschaftswachstum fördern ließe.

Eine solche Politik bestraft Sparer und lädt zur Kreditaufnahme für riskante Projekte geradezu ein. Da die Dynamik der US-Wirtschaft nach 2001 insgesamt nachließ, suchte sich das viele Geld ungesunde Wege. Diese fand es, indem eine solide Anlageklasse, deren Preise in den vergangenen Jahrzehnten scheinbar unaufhaltsam gestiegen waren, zur „größten Spekulationsblase“ der Geschichte missbraucht wurde: Wohnimmobilien.

So entstand ein Kartenhaus von Krediten, gefördert durch verbriefte Produkte, bei denen Kredite nicht in den Büchern der Banken gehalten, sondern – zu Wertpapieren umfunktioniert – weiterverkauft wurden.

Investmentbanken

Das Geschäftsmodell der Investmentbanken beruht darauf, dass sie Transaktionen oder Börsengeschäfte strukturieren, bei denen sie eine Kommission erhalten, zum Beispiel Fusionen und Übernahmen, Emissionen von Aktien und Anleihen, Börsenhandel auf eigene Rechnung und die Emission von verbrieften Schulden und strukturierten Produkten. Da die emittierten Produkte nicht oder nur zu einem sehr kleinen Teil in den Bilanzen bleiben, übernehmen Investmentbanken keine mittel-, oder langfristige Verantwortung für die Konsequenzen ihrer Transaktionen.

In den Jahren von 2002 bis 2006 wurde die Verbriefung von Hypothekenkrediten zur größten einzelnen Gewinnquelle der Investmentbanken. Die Verbriefung von Krediten ist an sich ein durchaus sinnvolles Finanzprodukt: Ein Kredit wird durch einen Vermögensgegenstand hinterlegt und dann als Wertpapier an der Börse handelbar gemacht.

Nicht das „Ob“, sondern das „Wie“ ist entscheidend. Mit dem deutschen Pfandbrief gibt es zum Beispiel ein verbrieftes Produkt höchster Seriosität, das seit mehr als hundert Jahren hervorragend funktioniert.

Politik in den USA

Sowohl Demokraten als auch Republikaner haben die Förderung des Wohneigentums zu zentralen Punkten ihrer Politik gemacht. Da aber die direkten staatlichen Subventionen begrenzt waren, zwang man die Banken, auch riskante Kredite in einkommensschwachen Gebieten (Slums) zu vergeben, selbst wenn dort die Gefahr von Zahlungsausfällen höher war.

Die US-Politik hat die Vergabe von unseriösen Krediten keinesfalls gebremst, sondern massiv gefördert. Als nach 2004 am Immobilienmarkt das ungebremste Spekulationsfieber grassierte, trauten sich weder Demokraten noch Republikaner, politisch einzuschreiten.

Hypothekenbanken in den USA

In den USA werden Hypothekenkredite grundsätzlich anders als in Deutschland vergeben. Viele Hypothekenbanken agieren quasi nur als Vertriebs- und Genehmigungsinstitut: Sie nehmen die Kundendaten auf und warten darauf, dass ihnen eine andere Bank im Hintergrund den Kredit abkauft, bevor sie ihn genehmigen.

Bei dieser Struktur des Kreditsystems haben die regionalen Hypothekenbanken (die man eigentlich Hypothekenvermittler nennen sollte) wenig Anreiz, auf die Qualität der Produkte zu schauen. So ist es nicht verwunderlich, dass die Hypothekenbanken diesem Wunsch nachkamen und Kredite „produzierten“, und zwar mit immer unseriöseren Methoden und mit immer schlechteren Standards.

Hauskäufer in den USA

Natürlich hätten die amerikanischen Hauskäufer nicht mitspielen und zu Spekulanten werden müssen. Allerdings gibt es einen deutlichen Unterschied zum deutschen Rechtssystem: Wenn amerikanische Hypothekenschuldner zahlungsunfähig werden, haften sie lediglich mit der Immobilie, nicht mit ihrem gesamten Einkommen. Sie können also „den Schlüssel abgeben“ und sind ihre Schulden los. Zwar ist die Kreditwürdigkeit dann erst einmal ruiniert, aber es gab  (und gibt) ja Subprime Loans, bei denen die Kreditwürdigkeit keine Rolle spielt.

Rating-Agenturen

Das Rating von Wertpapieren wird von drei großen angelsächsischen Agenturen dominiert: Moody’s, Standard & Poor’s und Fitch Ratings. Diese Agenturen machten von 2002 bis 2006 ein Drittel ihrer Gewinne damit, dass sie sich von den Emittenten der verbrieften Produkte dafür bezahlen ließen, diese zu bewerten.

Hier ist ein eklatanter Interessenkonflikt gegeben. So war es erklärbar, dass viele verbriefte Produkte äußerst minderwertiger Qualität ein AAA-Rating bekamen.

Wirtschaftsprüfungsgesellschaften

Im Prinzip ist es bei den großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ähnlich. Mir ist kein Fall bekannt, bei dem eine große Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vor Ausbruch der Krise einer größeren amerikanischen Gesellschaft das Testat für den Jahresabschluss versagt hat. Letztlich haben die Gesellschaften die Praktiken der Banken, Rating-Agenturen und Hauskäufer sanktioniert.

Internationale Politik und nichtamerikanische Banken

Nach dem Jahr 2004 haben zunehmend auch internationale Investoren, vor allem Banken und Versicherungen in Europa, dazu beigetragen, dass die Blase nicht in sich zusammenfiel. Zwar liegen keine genauen Zahlen vor, aber es gibt Hinweise darauf, dass Investoren in Europa einen signifikanten Anteil der riskantesten Produkte kauften.

Und zu guter Letzt: Die Ökonomen

Obwohl die Exzesse der Blase schon in den Jahren 2004 und 2005 von der amerikanischen Presse beschrieben wurden, schwiegen die Ökonomen, zumindest die an anerkannten Universitäten und in den Forschungsinstituten. Kaum jemand traute sich an das „heiße Eisen“ der Immobilienblase heran, obwohl diese deutlich erkennbar war.

Fast 10 Jahre danach: Was können wir Anleger daraus lernen?

Krisen beginnen in der Phase der größten Euphorie, Aufschwünge in der tiefsten Niedergeschlagenheit.

Der Boom vor der Krise 2008 dauerte fast ein Vierteljahrhundert an. Zweieinhalb Jahrzehnte eines halbwegs stabilen Aufschwungs, halbwegs stabilen Geldes und fallender Zinsen hatten dazu geführt, dass die meisten Menschen, die aktiv am Wirtschaftsleben teilnahmen, keinerlei Erinnerung mehr daran hatten, dass es auch andere Zeiten geben kann.

Aber Krisen werden immer in einem Zeitalter der Euphorie und des Optimismus geboren.

Wenn die Menschen anfangen zu glauben, dass der Konjunkturzyklus endgültig besiegt sei (oder die Malaria oder die Pest), werden sie früher oder später eines Besseren belehrt.

Dabei wird die Stimmung in der Wirtschaft und an der Börse meistens nur von den Verhältnissen bestimmt, die in den letzten zwei, drei Jahren vorherrschten. Bewusst oder unbewusst denken die meistens Menschen, dass es so weitergehen wird wie in den letzten Jahren.

Gut ließ sich dieses Verhalten auch nach dem Platzen der Technologieblase im Jahr 2000 beobachten. 2001 und 2002 kauften Privatanleger verstärkt noch einmal kräftig „billige“ Aktien ein, nur um zu sehen, wie es noch weiter nach unten ging. 2003 und 2004 gaben dann viele entnervt auf und verkauften ihre Aktien, gerade als der DAX drehte und traumhafte Gewinne zu machen waren. Und erst in der zweiten Hälfte 2005 begannen die Privatanleger zurückzukehren.

In einer Rezession werden auch solvente Kreditnehmer oder gute Projekte keinen Kreditgeber finden, weil die Grundstimmung pessimistisch bis verzweifelt ist. Im Boom werden viele, auch schlechte Kredite vergeben, weil Optimismus und Euphorie vorherrschen. Gegen Ende – wenn der Boom in seine manische Phase übergeht – beginnen die Menschen dann zu glauben, dass der Wirtschaftszyklus abgeschafft sei.

Das verführt sie dazu, Investitionen mit Geld zu tätigen, das sie nicht haben. Sie investieren in Unternehmen und Wertpapiere, die nur überleben können, wenn sich der Boom endlos fortsetzt. Sie arbeiten für Firmen, die schon eine kleinere Krise umwerfen würde. Ökonomen nennen das „Fehlallokation von Kapital“.

Je länger sich diese Fehlallokation von Kapital fortsetzt, umso größer muss nachher die Bereinigung ausfallen. Die Investments, Arbeitsplätze und Unternehmen, die nur in einer perfekten Welt existieren können, müssen verschwinden, um Raum für neues, für gesundes Wachstum zu schaffen.

Die Finanzkrise ist mit Sicherheit noch lange nicht vorbei.

In meinem Buch „Die Krise hält sich nicht an Regeln“ erfahren Sie detailliert meine Einschätzungen zur aktuellen Situation, wie es weitergeht und was Sie tun können, um Ihr Vermögen zu schützen.

Thomas Helfrich unterbreitete mir inmitten des „Sturms“ den Vorschlag für einen Gesprächsband. Das Konzept fand ich sehr interessant, den Gesprächspartner ohnehin. Im Dialog lassen sich bestimmte Themen eben besser aufarbeiten als in trockener Prosa.

Mein Angebot an Sie: Entscheiden Sie sich für 6 Ausgaben meines Börsenbriefes Der Privatinvestor zum Sonderpreis von 27,50 Euro (Sie sparen 52 Prozent!). Und ich schicke Ihnen mein Buch „Die Krise hält sich nicht an Regeln“ kostenlos per Post! Sie gehen damit keinerlei Abonnement oder andere Verpflichtungen ein.

Ich kenne Thomas Helfrich aus der Zeit der New Economy. Er führte als Journalist undModerator bei Bloomberg TV etliche Fernsehinterviews mit mir. Thomas Helfrich war zuständig für Wirtschaftspolitik, CEO-Interviews, Talkrunden zum Thema E-Commerce und die Bereiche Banken, TMT, Pharma, Biotech . Dann wechselte er 2002 nach London, bevor er 2004 Bloomberg für DWTV, den Sender der Deutschen Welle, verließ.

Damals sprang ein Funke über. Ich erlebte in Thomas Helfrich einen kompetenten und authentischen Gesprächspartner, zu dem ich sehr gerne ging. Deswegen fand ich es sehr schade, dass er 2002 Frankfurt verließ. Ungefähr alle zwei bis drei Jahre sonderte einer von uns beiden ein Lebenszeichen ab. Mittlerweile haben wir je zwei Kinder. Die Überraschung war groß, als wir merkten, dass jeder einen Sohn mit Namen Carl hatte.

Rasch stellten wir während der Zusammenarbeit trotz sehr unterschiedlicher Lebensläufe etliche weitere Gemeinsamkeiten fest, insbesondere unsere Skepsis gegenüber einem System, in dem Politiker oftmals Marionetten der Konzerne sind und in dem man permanent versucht, uns für dumm zu verkaufen.

Beide sind wir in einer ländlichen Umgebung aufgewachsen und waren sehr starken kirchlichen Einflüssen ausgesetzt. Beide waren wir zwischenzeitlich in die USA ausgewandert und sind nach Deutschland zurückgekehrt. Beide hatten wir in den USA eine Immobilienhändlerlizenz (Real Estate Broker) erworben. Als Unternehmer haben wir uns beide versucht.

Thomas ist dann zum Fernsehen gegangen; ich bin mittlerweile an mehreren Unternehmen beteiligt. Für das Buch „Die Krise hält sich nicht an Regeln“ haben wir uns zu etlichen Gesprächen über die Krise und den Zustand der Welt getroffen. Schnell wurde deutlich, dass ich die Krise als Symptom einer tiefergehenden Krise unseres wirtschaftlichen und politischen Systems ansehe.

Die Krise ist die Konsequenz des praktizierten Neoliberalismus, eines Systems, in dem der Schnelle den Langsamen und der Starke den Schwachen frisst.

Dieses System ist das Gegenteil dessen, womit sich Deutschland in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts und wieder nach 1945 seinen führenden Rang unter den Industrienationen gesichert hat: eines solidarischen Systems, in dem es sowohl Recht auf Solidarität als auch Pflicht zur Leistung gab.

Viel müsste passieren, dass wir wieder zu einem System zurückkehren, für das Ludwig Erhard, Alfred Müller-Armack, Wilhelm Röpke und Alexander Rüstow standen und das unter dem Namen „Soziale Marktwirtschaft“ in der ganzen Welt bewundert und respektiert wurde.

Zunächst einmal müsste die Herrschaft der Finanzoligarchie gebrochen werden und die Politik wieder anfangen, eigene Konzepte zu entwickeln, statt sich als verlängerter Arm der Konzerne gegen die Bürgerinnen und Bürger zu wenden. Die Erkenntnis, dass es fünf nach zwölf ist, wäre ein Anfang.

Aber wir sind ja nicht nur Teil des politischen Systems; viele von uns haben eine berechtigte Sorge um ihre Ersparnisse.

Wir wissen, dass wir den Versprechungen der Politik zur Sicherheit der Renten und zur Stabilität der Verhältnisse nicht trauen können, und fragen uns doch oft, was unter diesen Umständen zu tun ist. Das Buch will Hinweise geben, wie Sie, liebe Leser, Ihr Vermögen schützen können.

Angst und Panik sind keine guten Ratgeber!

Es ist wichtig, dass Sie, werte Anleger, den Unterschied zwischen Geld- und Sachwerten verstehen, nicht auf Finanzdienstleister und ihre Versprechungen hereinfallen, Ihre eigene Strategie entwickeln und diese dann durchhalten.

Ganz gleich, wie Ihre individuelle Strategie genau aussieht: Ein wichtiger Bestandteil sollten in jedem Fall Aktien sein. Denn Aktien sind Produktiv-Vermögen. Tausende Mitarbeiter arbeiten daran, den Wert des Unternehmens, und damit den Ihrer Aktien, zu steigern. Mit der richtigen Anlagestrategie können Sie eine Rendite zwischen 8 und 10 Prozent erzielen und Ihr Vermögen alle 7 bis 10 Jahre verdoppeln. Zudem sind Aktien Realvermögen und damit gegen Inflation und Währungsrisiken recht gut geschützt.

Meine Königsanalyse® kombiniert die Erfolgsprinzipien des wertorientierte Kapitalanlage mit dem Reinheitsgebot der Vermögensanlage, wodurch sie es meinem Team und mir ermöglicht, aus dem gesamten Anlageuniversum diejenigen Wertpapiere herauszufiltern, die aktuell unterbewertet sind und gleichzeitig langfristig echte Qualitätsaktien – also Könige unter den Aktien – darstellen.

In meinem Börsenbrief Der Privatinvestor präsentiere ich Ihnen, liebe Leser, jeden Freitag die Ergebnisse der Königsanalyse®. Dazu regelmäßige Updates zu herausragenden und seriösen Unternehmen sowie interessante Interviews, Kolumnen und Gastbeiträge zu relevanten Themen.

Mein Angebot an Sie: Entscheiden Sie sich für 6 Ausgaben meines Börsenbriefes Der Privatinvestor zum Sonderpreis von 27,50 Euro (Sie sparen 52 Prozent!). Und ich schicke Ihnen mein Buch „Die Krise hält sich nicht an Regeln“ kostenlos per Post! Sie gehen damit keinerlei Abonnement oder andere Verpflichtungen ein.

Auf gute Investments,

Ihr

Max Otte